Der Mann hinter der Methode – wer war Moshé Feldenkrais?

Als der 14jährige 1919 seine Heimatstadt Slawute (Ukraine) verließ, um nach Palästina auszuwandern, war es eine Reise ins Ungewisse, in eine offene Zukunft. In dieser Zukunft war der Junge nicht nur Zeitzeuge weltgeschichtlicher Ereignisse, sondern er nahm aktiv an diesem Geschehen teil. Moshé Feldenkrais begegnete und arbeitete mit Menschen wie dem Ehepaar Joliot-Curie, den Erforschern der Kernspaltung, Jigoro Kano, dem Erfinder des modernen Judo, Ben Gurion, dem Staatsgründer Israels, Milton Erickson, der die moderne Psychotherapie mitprägte und viele andere einflußreiche Köpfe seiner Zeit. Wenn Feldenkrais an jemandem oder etwas interessiert war, dann wandte er sich ihm mit voller Aufmerksamkeit zu. Dabei scheute er sich nicht davor, welchen gesellschaftlichen Status derjenige inne hatte.

Als junger Mann campierte er in der Wüste und baute die Häuser Tel Avivs auf mit den anderen Pionieren. In den 1930er Jahren studierte er Ingenieurswissenschaften in Paris und erwarb als erster westlicher Schüler den Judo-Schwarzgurt. 1940 floh er nach Großbritannien und arbeitete mit anderen Wissenschaftlern in Schottland an kriegentscheidenden Forschungen. Hier begann er durch eine eigene Verletzung die Feldenkrais-Methode zu entwickeln. Zurück in Israel arbeitete er ab 1950 im Kriegsministerium und erforschte seine Methode immer weiter. Ende der 1960er Jahre began er Schüler als Lehrer der Feldenkrais-Methode auszubilden, zunächst in Tel Aviv, später in San Francisco und Amherst in USA. Nach 1981 erlitt er mehrere Schlaganfälle und starb 1984 in Tel Aviv.

Sehr zu empfehlen und einer Abenteuergeschichte gleich ist die Feldenkrais-Biographie von Christian Burckard (2015). Auf der Seite des Autors sind Lese- und Hörproben und einige spannende Radio-Features zu finden.