Alternative Wege finden – FELDENKRAIS® und Multiple Sklerose

FELDENKRAIS® wirkt auf das Gehirn und Nervensystem – was Menschen, die mit Multipler Sklerose (MS) diagnostiziert sind oder einen Schlaganfall hatten, unterstützen kann. Wobei unterstützen?

Dabei, wieder mehr Autonomie zu entwickeln, verlorene Bewegungen wieder zu lernen und somit ihre Lebensqualität stark zu steigern.

Betrifft uns das nicht alle ein bisschen? Mein Standardbeispiel ist das Spazierengehen. Als Kind läuft, rennt, hüpft, balanciert, springt man vorwärts, rückwärts, seitwärts. Und was machen wir Erwachsene? Schön ruhig, einen Fuß nach dem anderen, nicht zu anstrengend ja nicht zu viel bewegen. Wir berauben uns selbst unserer Möglichkeiten, wir verlernen unsere Alternativen.

Auch, wenn die Krankenkassen FELDENKRAIS® immer noch nicht als wirksam anerkennen, gibt es inzwischen einige Studien zur Wirksamkeit von FELDENKRAIS® bei MS und viele Fallstudien.

Ein wunderbares Video dazu ist „Feldenkrais Method Improves Multiple Sclerosis“.
Da es auf Englisch ist, habe ich eine grobe Übersetzung zum Mitlesen angefertigt.

Hier noch ein gut zu lesendes Fallbeispiel von Sven Böttcher.

Zum Weiterlesen hier die Zusammenfassung zweier wissenschaftlicher Studien:
Die Feldenkrais-Methode® und ihre Wirksamkeit bei MS-Betroffenen (Helga Bost, 1995)
Awareness Through Movement Improves Quality of Life in People with Multiple Sclerosis (Stephens u.a. 2003)

Auch der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V. beschäftigt sich mit FELDENKRAIS®. Hier ein Interview mit Roger Russell.

Mehr Lebensqualität durch Feldenkrais?

Kann Feldenkrais® meine Koordination und Beweglichkeit verbessern und mehr Leichtigkeit und Qualität in mein Leben bringen?
Eine Studie aus Philadelphia, 2005 veröffentlicht, untersucht genau das bei einer Gruppe von 14 älteren Menschen, die zwei Tage lang Lektionen in Bewusstheit durch Bewegung erhielten gegenüber einer vergleichbaren Kontrollgruppe.

Die geistige Gesundheit und die Vitalität konnte messbar verbessert werden. In ihren persönlichen Rückmeldungen gaben die Feldenkrais®-Übenden an, dass sich knapp ein Drittel größer fühle, der Rest gleich groß. 43% sagten aus, dass ihnen das Laufen leichter fiele und 93%, dass sie leichter vom Boden hochkämen. Keiner empfand eine Verschlechterung.

Sehr interessant war das Ergebnis für das Aufstehen. Während die Kontrollgruppe ihre Zeiten um ca. 5% verbesserte, waren die jüngeren Teilnehmer des Tests in der Lage ihre Zeit um 10 % zu verkürzen. Die älteren Teilnehmer der Testgruppe nahmen sich allerdings viel mehr Zeit als vor den Lektionen, um vom Boden ins Stehen zu kommen, obwohl es ihnen nach eigener Aussage nicht schwerer fiel. Vielleicht hat sie das Feldenkrais®-Fieber gepackt und sie konnten nicht aufhören mit dem Erforschen?

Sowohl beim Aufstehen als auf dem Laufband war auch eine Verbesserung bei der Kontrollgruppe festzustellen – Bewegung und Übung alleine hilft also auch schon, mit Feldenkrais® kann die Erfahrung wohl intensiviert oder ausgebaut werden.

Ein Abstrakt und der Artikel zur Studie auf Englisch ist hier zu finden.