Tag 15 - Geschafft! Warum Du jeden winzigen Erfolg feiern darfst

Porträt Jasmin Sabine Lotter

Jasmin ist Gründerin von Happiemotion und begleitet gestresste Menschen dabei, innere Stressmuster zu erkennen und wieder mehr bei sich selbst anzukommen.

Ihr Fokus: Resilienz stärken, um Herausforderungen gut zu meistern, das Leben genießen und sich von alten Mustern befreien – für ein erfülltes Leben.

Geprägt durch ihre eigene Burnout-Erfahrung lebt sie ihr Motto: „Entschleunigung ist eine Liebeserklärung an dein Leben.“

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„Du brauchst UNBEDINGT eine Morgenroutine, damit dein Tag gut läuft!"

Verdrehst du innerlich die Augen, wenn du das hörst oder liest und fragst dich, wo zwischen Wecker und Alltagswahnsinn dafür die Zeit herkommen soll? Für einen guten Start in den Tag brauchst du nur 1 Minute.

Im heutigen Türchen zeigt Jasmin von Happiemotion dir 5 Mini-Gewohnheiten, die selbst in den stressigsten Morgen passen.

Hör rein und such dir deine Lieblings-Gewohnheit aus.

Winzige Schritte, die Großes bewirken

Bestimmt hast Du schon einmal von Selbstwirksamkeit gehört. Oft ist das aber so ein Schlagwort - schauen wir uns doch mal an, was genau da dahinter steckt.

Wenn wir das Wort zerlegen, wissen wir schon mehr. Es geht darum "selbst wirksam" zu sein. Diese Selbstwirksamkeit ist ein sehr mächtiges Werkzeug, um uns mehr Selbstvertrauen zu geben, glücklicher zu sein und mehr zu erreichen. Wir können sie sehr leicht üben und so Schritt für Schritt handlungsfähiger werden.

Was gehört zu Selbstwirksamkeit?

Machen wir uns erstmal klar, dass es um eine echte, körperliche und emotionale Erfahrung geht, nicht darum, sich etwas vorzusagen, nicht darum, sich etwas vorzustellen, wobei beides sehr nützlich dafür sein kann.

Eine Selbstwirksamkeitserfahrung geschieht in dem Moment, in dem wir bewusst wahrnehmen, dass wir etwas tun können und das eine (von uns gewünschte oder zumindest positive) Wirkung hat. Wir erfahren, dass wir unsere Welt gestalten können. Das ist das Gegenteil von erlernter Hilflosigkeit, wenn wir das Gefühl haben, allem ausgeliefert zu sein, egal, was wir tun.

Um sich als selbstwirksam zu erfahren braucht es einige Zutaten. Erstens brauchen wir den Optimismus und die Idee, dass wir etwas tun können, zweitens tun wir es und drittens erleben wir es als etwas Positives (Erfolg, Zufriedenheit, eben Selbstwirksamkeit). Wenn wir dieses Glück oder die Zufriedenheit erfahren, dass wir etwas geschafft haben, dann stärkt das unser Vertrauen in uns, dass wir auch in anderen Situationen etwas tun können - damit sind wir wieder am Anfang des Zyklus.

Je mehr wir erfahren, dass wir unser Leben und unsere Welt gestalten können, desto einfacher ist es für uns das zu tun. Wir stärken die neuronalen Bahnen im Gehirn, die sagen, dass etwas möglich ist. Die anderen Muster, die uns dazu raten, aus Angst, Unsicherheit oder Erfahrung nichts zu tun, lieber im Unangenehmen zu verharren statt etwas zu riskieren, nutzen wir dann weniger.

Was kannst Du tun, um Deine Selbstwirksamkeitserfahrung zu stärken?

1. Mach Dir bewusst, was Du schon tust. Selbst, wenn Du bettlägerig bist, tust Du etwas, denn Du liest ja auch diesen Adventskalender, suchst nach Methoden, mit denen es Dir besser gehen kann und anderes mehr. 

2. Freu Dich darüber. Da das nicht so einfach ist, wenn man selbst das Gefühl hat, zu wenig zu machen, nutz den Körper dafür. Verzieh einfach Dein Gesicht zu einem Lächeln und halte das einige Sekunden. Recke Deine Arme nach oben zur Siegerpose. Klopf Dir selbst mit der Hand auf die Schulter. Probiere es aus. Am Anfang fühlt es sich komisch an, aber unsere Körperchemie verändert sich dadurch und darum geht es.

3. Mach absichtlich etwas, das Dir leicht fällt (Ideen liefert Jasmin in ihrem Audio heute) und freu Dich darüber. Stärke den Selbstwirksamkeitsmuskel. Wenn es Dir sehr schwer fällt, dann kannst Du es auch in der Vorstellung machen und Dich in der Vorstellung darüber freuen.

Selbstwirksamkeit für Fortgeschrittene

Wenn wir unseren Selbstwirksamkeitsmuskel antrainiert haben, können wir anfangen, uns mehr zu fordern.

Nimm eine Situation (fang ruhig klein an), in der Du Dich hilflos oder ohnmächtig fühlst, Dich vielleicht schämst oder die Dir peinlich ist. Eine kleine Situation, nicht mehr (auf keinen Fall eine traumatische Situation!). Versetze Dich in diese Situation und atme bewusst durch die Nase ein und langsam aus. Vielleicht bekommst Du Herzklopfen oder es fühlt sich nicht gut an. Bleib einfach beim Ein- und Ausatmen. Atmen kannst Du immer.

FunFact: Moshe Feldenkrais beschrieb die Situationen, in denen wir uns hilflos fühlen, als nicht fertig gelernte Handlungsmuster, die Stress in unserem System verursachen. In dem wir uns ihnen mit entspanntem Atmen aussetzen, signalisieren wir unserem Alarmsystem: Auch in dieser Situation ist alles in Ordnung, schau einfach, was wir machen können. Wir lernen "fertig", mit diesen Situationen umzugehen.

Wenn Du dann merkst, dass Du Dich entspannst oder einfach nach einiger Zeit, freue Dich wieder mit einem Lächeln, mit der Siegerpose oder mit dem Schulterklopfen, dass Du es geschafft hast, bei Dir zu sein und zu atmen (oder Dich sogar zu entspannen).

Ein weiterer Vorschlag: mach Dir abends vor dem Einschlafen kurz bewusst, was Du heute alles getan hast. Verschwende keine Energie und Gedanken an das, was nicht geklappt hat oder was Du nicht geschafft hast. Nur das, was gut war, ist erlaubt. So hat Dein Unterbewusstsein nachts den Ansporn diese Bahnen im Gehirn auszubauen und Du lernst im Schlaf mehr Selbstwirksamkeit.

Ich wünsche Dir viel Freude mit dem Dich feiern, sehr herzliche Grüße, Evelyn

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