Tag 11 - Heute Regen, morgen Schneesturm 😉

Heute kannst Du die Verbindung von Deinen Füßen zum Boden stärken, so dass Du stabiler stehen kannst. Das Audio kannst Du im Sitzen oder im Stehen machen.

Das einzige Beständige im Leben ist die Veränderung

Manchmal fühlt sich Veränderung an wie ein ungebetener Gast, der zu früh klingelt. Und trotzdem merken wir irgendwann: Wegschicken funktioniert auch nicht besonders gut.

Wir wollen gerne alles Gute behalten - Veränderung ist beängstigend und bedrohlich. Im Großen, wenn jemand stirbt, wir krank werden oder einen Unfall haben. Oder im Kleinen, wenn wir in den Spiegel schauen und uns anders in Erinnerung hatten. Wenn Kinder plötzlich groß oder Eltern von jetzt auf gleich alt sind.

Das Spannende ist, dass auch die Veränderung von nicht so guten Gewohnheiten und Umständen, sich gefährlich anfühlen kann. Grundsätzlich mag unser Gehirn und Nervensystem Stabilität, denn dann weiß es, was es erwartet, weiß, wie wir reagieren müssen, um zu überleben. Für neue, unbekannte Situationen haben wir keine erprobten Reaktionen - das ist unsicher, das verbraucht Energie und wir wissen nicht, wie es ausgeht. Klingt anstrengend und gefährlich, oder?

Da Veränderung immer passieren wird, ob wir das wollen oder nicht - was können wir tun, um besser damit klar zu kommen?

Wenn wir damit konfrontiert werden, dass sich etwas verändert und spüren, dass wir Widerwillen dagegen haben oder überfordert sind, können wir einiges für uns tun:

  • Was gibt Dir Stabilität? Was entspannt Dich? Ein Spaziergang, Sport, auf dem Sofa liegen und lesen? Gönn es Dir einfach, um Dein Nervensystem herunterzufahren und lösungsorientierter mit der Veränderung umzugehen
  • Blick dem Ganzen mutig ins Auge. Es hilft nicht, sich gegen Veränderung zu sträuben. Spüre Deinen Widerstand und schau, ob Du Dich mit der Veränderung abfinden kannst. Wir können sie nicht aufhalten. Aber wir können sie gestalten.
  • Geh immer den nächsten kleinen Schritt. Für mich ist das oft, mir einen Überblick zu verschaffen, einmal alles aufzuschreiben. Dann fühle ich mich ruhiger und klarer. Manchmal ist es vielleicht, einfach etwas auszuprobieren und mit der neuen Erfahrung weiterzusehen.

Wir können Veränderung nicht kontrollieren, aber wir können uns selbst besser verstehen. Jede körperliche oder emotionale Reaktion erzählt uns etwas über unser aktuelles „System“: Habe ich gerade viel Spannung? Fühle ich mich belastbar? Habe ich genug Pausen gehabt?
Unser Körper versucht ständig, uns stabil zu halten – manchmal auf erstaunliche Weise. Wenn wir ihn nicht zusätzlich unter Druck setzen, sondern genauer hinschauen, können wir neue Möglichkeiten entdecken. Wir können kleine, realistische Veränderungen annehmen. Es geht nicht darum, begeistert in den Tag zu rufen: Ich liebe Veränderung! Es reicht, wenn wir akzeptieren, dass sie ein natürlicher Teil unseres Lebens ist und wir immer wieder Wege finden können, uns daran anzupassen.

Und wir können Veränderung üben, indem wir sie in Bereichen, in denen wir uns sicher fühlen, ab und zu einladen. Das beginnt damit, die Kaffeetasse oder die Zahnbürste mal in die andere Hand zu nehmen und kann weitergehen zu bewussten Herausforderungen, die wir uns stellen. Neue Bewegungen ausprobieren, etwas tun, was man bisher vermieden hat, sich trauen, neue Menschen kennenzulernen, neue Hobbies, neue Rezepte, neue Wege auszuprobieren.

Gibt es da etwas, was Dir in den Sinn kommt? Wo kannst Du etwas bewusst verändern, was "man schon immer so macht"? Oder ist es umgekehrt und Du hast soviel Veränderung und Unsicherheit in Deinem Leben, dass Du lieber nach etwas schaust, was Dir Stabilität und Beständigkeit, also Entspannung geben kann? Dann fang bei Deinem Körper an. Wir sind viel belastbarer, wenn wir gut geschlafen, gut gegessen und uns ein wenig bewegt haben.

Ich wünsche Dir einen wundervollen Tag mit dem Maß an Veränderung, dass auf eine gute Weise spannend und lebendig ist, herzliche Grüße, Evelyn

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