Tag 24 - Du kannst immer irgendetwas tun
Heute kannst Du kleine Bewegungen mit Deiner Hand und den Fingern im Sitzen machen. Als Variante auch gerne im Stehen oder Liegen. Dabei nehmen wir wahr, was es für uns bedeutet aktiv oder in Ruhe zu sein.
Wir freuen uns auf die Feiertage, für viele von uns sind sie aber auch stressig. Wenn wir viel Zeit mit den Menschen verbringen, die uns nahe stehen, sind wir mehr in Gesellschaft, oft ist es laut und trubelig oder es gibt sehr viele Erwartungen von allen Seiten. Das verursacht Stress und wenn wir dann Konflikte haben, steigert sich das weiter.
Auf der anderen Seite, wenn wir an den Feiertagen allein sind, ist auch das vielleicht anstrengender als sonst, weil es eben diese ganzen Erwartungen und Prägungen gibt, was Weihnachten bedeutet oder wie wir es feiern sollten. Auch das setzt uns unter Druck und kann den Stresslevel deutlich erhöhen.
Resilienz und ihre Faktoren
Wie wir auf Stress, ungewohnte Situationen und Krisen reagieren hängt von sehr vielen Faktoren ab - von Schlafqualität bis Elternbindung und biologischen Voraussetzungen.
Seit den 1950er Jahren wird die Resilienz, also die Widerstandskraft, von Menschen erfordert. Dabei haben sich viele Resilienzfaktoren herauskristallisiert. Einige davon sind angeboren oder hängen mit der Herkunft zusammen, das können wir weniger beeinflussen. Andere Faktoren aber können wir aufbauen und so stärker und widerstandsfähiger werden in Krisen.
Viele dieser Resilienzfaktoren habe ich in den vergangenen Adventskalender-Tagen angesprochen: Selbstakzeptanz, Lösungsorientierung, ein realistischer Optimismus, Sinnorientierung, die Offenheit für Veränderung und andere Sichtweisen. Auch die Selbstwirksamkeit habe ich angesprochen, also, dass wir erfahren, dass das, was wir tun, eine erwünschte Wirkung hat.
Wichtig ist, dass wir etwas tun (können)
Die Voraussetzung für Selbstwirksamkeit ist Handlungsfähigkeit. Wenn wir in einer Krise sind, ist es das Schlimmste, wenn wir uns hilflos und ausgeliefert fühlen. Das wir das verhindern wollen, kann im Extremfall soweit gehen, dass wir, wenn uns etwas zugestoßen ist (ein Unfall, eine Gewalterfahrung), uns selbst die Schuld geben, um die Kontrolle zurückzugewinnen. Wenn wir es verursacht haben, dann können wir es das nächste Mal verhindern.
Manchmal passieren uns aber Dinge, die nichts damit zu tun haben, was wir tun oder getan haben. Deshalb ist es so unterstützend, wenn wir unser Handlungsfähigkeit bewusst erleben und stärken. So finden wir vielleicht in extremen Situationen auch eine Möglichkeit, zu handeln.
Überlebende des Holocausts oder einer Geiselnahme mit mehreren Monaten täglicher Todesangst schildern, wie sie überlebt haben, in dem sie sich nützlich machten, für andere da waren.
Es tut uns also immer gut, etwas zu tun.
Strategie der kleinen Schritte
Wir denken oft in Entweder-Oder. Entweder mache ich das (wie ein Profi) oder ich lasse es gleich sein. So viel wirksamer ist aber auch hier die Strategie der kleinen, sogar winzigen Schritte.
Und es ist wichtig, dass wir Handlungsfähigkeit im Alltag üben, damit wir sie in Krisen abrufen können. Wir können uns noch so sehr vornehmen auf eine bestimmte Weise zu handeln, wenn wir im Krisenmodus sind, wird ein erprobtes, gewohntes Muster abgerufen werden.
Das bedeutet: wenn wir jetzt in einer stressigen Situation sind, dann ist das ein guter Zeitpunkt, sich anzuschauen und auszuprobieren, was wir tun können.
- Erst einmal bewusster ein- und ausatmen. Sich spüren, zu sich selbst zurück finden.
- Wie ist Dein körperliches Befinden? Sind die Grundlagen abgedeckt: Trinken, Essen, Schlafen, Nähe?
- Und dann etwas finden, was die Situation verändern könnte. Eine Frage stellen, ein Kompliment machen, jemanden in den Arm nehmen - das sind die Dinge, die ich für die Feiertage nutzen werde 😉
Ich wünsche Dir entspannte und fröhliche Feiertage, ob mit Trubel oder ohne.
Sehr herzliche Grüße, Evelyn